Lyrik

Anmerkung: Enthält Auszüge aus meinem Gedichtband " Melancholie" das nicht nur Lyrik sondern auch Illustrationen von mir beinhaltet! www.nibe-versand.de/Lyrik-Kunst/Melancholie-Enrico-Schmidt::86.html
 
Antichrist

Eine riesige Massenpsychose
scheint diese Menschneurose
im atavistischen Status quo
rigoros etabliert zu haben.

Wegen der dekadenten Ataxien
bewegt euch immer nur im Kreis herum,
ohne zu sehen, dass Armut pflastert unseren Weg.

Durch unseren Denunzianten Zeitvertreib
haben wir es beschworen,
erneut geboren!
Diese lautere Psychose, das sind wir ,der Antichrist ist hier!

Nur Gedanken

Es gibt keine Worte mehr für die Tiefe meiner Gedanken.
Es gibt keine Worte mehr für die Schönheit dieser Welt,
und für die Verzweiflung des Menschen
am Menschen.

Wir haben aufgehört zu vertrauen,
weil wir vertrauten und gebrochen wurden
und so glaubt nun mancher,
es sei gar recht und billig,
Verletzungen weiter zu geben,
den Glauben in seinen Nächsten aufzugeben.

So werden aus den Opfern von Gestern
die Täter von Morgen.

Doch wir müssen bauen und bauen
nicht höhere Türme,
nicht dickere Mauern, gar Grenzen,
sondern reine Herzen!

Wir heucheln Interesse,
für Geschehnisse in weiter Ferne,
aber sind unfähig,
den eigenen Nächsten zu fragen,
wie es ihm geht.

Wir rennen mit Schwert und Feuer
durch diese Welt, um angeblich einen Gott zu verteidigen,
der nie mehr verlangte, als das wir einander stützen und lieben!

Wir kriechen vor heidnischen Göttern, Mythen und Sagen
und versuchen ernsthaft,
eine fiktive Vergangenheit zu rekonstruieren,
welche längst unwiderruflich zu Asche zerfallen ist!

Wir befragen Karten,
lutschen an Edelsteinen,
obwohl wir selbst die edlen Steine sein müssten.
Wir Meditieren uns auf Irrwegen um Kopf und Kragen
und finden dennoch niemals die nötige innere Ruhe.

Wir sehen die Schuld in jedem Teufel in unserem Nächsten,
doch verlieren gänzlich die Befähigung zur Selbstanalyse!

Es spielt keine Rolle,
ob wir verletzt wurden,
ob wir beraubt wurden,
ob wir gedemütigt wurden,
wichtig ist nur,
das wir es niemals gleichtun
und weiterhin auf Herzen bauen!!!

Wir vertrauen auf Wissenschaftler,
misanthropische Philosophen,
auf Panikmacher und auf geduldiges Papier,
auf Politiker, Verführer und Führer,
nur auf uns Selbst vertrauen wir nie!

Wir haben uns einreden lassen,
wir wären Bioroboter und eine breite Masse,
hätten keine Seele und seien nur ein Tier,
dabei werden wir selbst gerade, zu plappernden Affen!

Wir glauben an Unterschiede,
aber nicht an Gemeinsamkeiten.
Wir erziehen Kinder,
doch haben vergessen wie unser Kindsein war.

Wir müssen erwachen!
Aufeinander bauen,
einander vertrauen,
die Hände reichen zum Gruß.
Wir müssen bauen und bauen,
nicht höhere Türme,
nicht dickere Mauern, gar Grenzen,
sondern reine Herzen!

Wir lehnten die Nächstenliebe ab
und existieren durch die mitleidlose Liebe.
Wir sollten stillstehen,
anfangen zu lernen, erneut in uns zu gehen.

Wie nur soll der Mensch ein Meister sein?
Wenn er selbst seinen eigenen Meister
noch immer sucht?

Babylon

Wir haben uns ein neues Babylon erbaut
und stehlen einander den Lebensraum.
Der Dichter überfliegt dort vollkommen vogelfrei,
der Menschheit entblößten und nichtigen Geist.

Wir glauben das Leben in Babylon
habe uns kein Glück gebracht,
doch dieses Leben haben wir selbst erdacht.

Hier regiert nun die Maßlosigkeit
und mancher Geier zerrt von des anderen Fleisch.
Es wird behauptet, der Ehrliche betrügt
und das der Fleißige lügt
und immer trägt der Kleinste Schuld.
Was uns hier fehlt ist der Tumult.

Unsere Kinder verrennen sich in einer Illusion,
und müssen Seelenlos in Babylon wohn`.
Von ihnen wird keiner ein Superstar.
Was wir oft fördern ist asozial.

Die Medien in Babylon halten die Kamera
immer voll drauf, ganz gleich wo es raucht.
Wir erheben den Voyeurismus zum Teil der Kultur,
während Babylon lichterloh brennt und der Dichter erkennt,
wie auch er sich verrennt.

Lied der Ostseewellen

Schäumend schlägt sie
Muster in den Sand,
treibt meinen Kahn
weit fort vom Land.

Führt mich weg
durch ihren Bann,
fern der Heimat
fort vom Ostseestrand.

Treibe träumend
in ihren Wogen,
die manchem Seemann
stürmisch toben.

Einst war es Winter
da war sie weiß,
trug mich leise
auf ihrem Eis.

Meine Augen schimmern glänzend,
wenn ich dieser Liebe zugewandt,
die mich ruft voller Brennen:
lenkt meine Schritte zurück
an den Mecklenburger Strand.

Dort wo Möwen
lauthals singend,
den Horizont zerschneiden
und spielender Kinder
Drachen steigen.

Du warst die Atombombe für mein Leben

Du warst die Atombombe
für meine Seele,
für mein inneres Land,
hast alles gebrandschatzt
mich zu Asche verdammt.

Du hast alles geleugnet,
mein Land diffamiert.
Hast gelogen, betrogen,
die Wahrheit korrumpiert.

War dennoch für dich da,
baute alles aus den Trümmern
immer wieder auf,
doch du verbranntest es erneut
wie trockenes Laub.

Doch jetzt ziehe ich die Grenzen!
Verbanne dich aus meinem Land
bin erneut der Zukunft,
dem Lichte zugewandt.

Herr der Sinne

Als dein Herr das Gehen lernte
da hat meiner schon getanzt!
Als dein Herr das Sprechen lernte
sang meiner schon aus vollem Hals!

Mein Herr das Licht der Fackel schuf
und durch Feuer rein mich wusch!
Deinem Herrn der Bart ergraute
und sein Herz voll Gram verfaulte!

Dein Herr dich mit der Rute schlug
und du folgtest stets bei Fuß!
Mein Herr mich die Schriften lehrte
und mir gab was ich begehrte!

Ein König kann ein Bettler sein
doch nie wird Bettler König sein!
Darum sing ich dieses Lied
Auf dass in dir die Wahrheit sprießt!

Lausche nur im Mondschein
auf hohen Bergen und im tiefsten Tal
sind´s die Hufe meines Herrn
die dort klirrend wahrnehmbar!

 


 

 

 

 

 
 
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